Die Geschichte der Studiobühne Düsseldorf
Von Annerose Wallenfang
Ich gehöre zu den Gründungsmitgliedern der Studiobühne Düsseldorf und war also von Anfang an dabei. Die Studiobühne
Düsseldorf wurde 1976 in einem Schulkeller auf der Aachener Str. gegründet. Dort sammelten wir Ideen, wie wir ein
kleines Repertoire aufbauen können.
Viele Vorschläge wurden gemacht, aber nicht alles war für uns durchführbar. Wir waren zunächst nur ein paar
Mitglieder, aber bald kamen neue Interessenten dazu. Wir hatten im Keller in der Aachener Str., der auch schon mal
unter Wasser stand, keinen richtigen Probenraum, geschweige denn, eine Bühne. Aber dort entstanden schon unsere
Rezitationen, die wir heute noch mit Lust und Liebe aufführen und "Das letzte Band" von Samuel Beckett mit
unserem Spielleiter Willy Franken.
Das lange Weihnachtsmahl
So hatten wir das Glück, bald neue Räume in einem Schulkeller auf der Graf-ReckeStr. zu bekommen,
die natürlich total leer waren. Wir haben also mit nichts angefangen. Viele Abende und ganze Wochenenden waren nötig,
um Bühne, Podest für die Technik und Kulissenraum zu bauen. Alle waren berufstätig, aber wir haben es geschafft.
In diesen Räumen wurden einige Inszenierungen durchgeführt: Rene de Obaldia "Der Großwesir", Thorton Wilder
"Dreiminutenspiele, Mozart und der graue Bote", "Das lange Weihnachtsmahl", Gurt Goetz: "Die Kommode" und "Herbst",
Erweiterung unserer heute noch aufgeführten Rezitationen, die Kommödie: "Käse, Kunst u. Kardanwelle" von Anzengruber
oder das Märchen: "Das alltägliche Wunder" von Jevgenij Schwartz. Mit einem Teil dieser Stücke sind wir nach Göppingen
zu den regelmäßig stattfindenden Spieltagen gefahren.
Gerne denke ich an unsere Teilnahme am Katholikentag 1980 in Berlin. Schön waren immer unsere Probenwochenende im
Bottroper Lehrerseminar, die nicht nur eine intensive Arbeit ermöglichten, sondern auch die Gemeinschaft förderten.
Leider konnten wir nach einigen Jahre diese Räume nicht mehr benutzen, da die Schulverwaltung bestimmte Kurse dort
anbieten wollte. So sind wir auf der Beedstr. in Unterrath gelandet; und hier fingen wir wieder von vorne an.
Auch hier entstanden viele Neuinszenierungen. Die 2. Inszenierung von Elena Garro: "Ein festes Heim" und
"Das lange Weihnachtsmahl", "Jonas oder der Bartlose Prophet", "Die Physiker" und zuletzt
von Oscar Wilde "Bunbury oder die Kunst Ernst zu sein".